
Paßt.
Wohnzimmer eben.
Nach zwei Stunden Kochzeit Fleisch und Würste aus dem Sugo holen und für ein späteres Gericht aufbewahren.Mind you, es handelt sich hier um Salsicce, die hier einfach ignoriert werden.
Ganz stolz bin ich auf unser erstes echt daheim „erfundenes“ aber halbwegs authentisches chinesisches Gericht:
ca 60dag Wels, kleingeschnitten in Ingwer und Austernsauce marinieren
4 kleine Zucchini (2 gelbe, 2 „ normale“) in recht große Junks schneiden, so 1 bis 1,5 cm
Kantenlänge jeweils
2 Karotten, in dünne Scheiben geschnitten
ein paar Paradeiserln frisch aus dem eigenen Garten
Ingwer, Knoblauch
Sauce:
1 EL Kartoffelmehl mit ein wenig Wasser anrühren
2 EL Austernsauce und 2 EL dunkle Soja-Sauce dazu
gut verrühren
Die Fischteile kurz in sehr heißem Wok anbruzzeln, im letzten Drittel gut mit Essig ablöschen (in diesem Fall Gegenbauerscher Neuburgeressig, wenn schon, denn schon) und beiseite stellen. Dann Knoblauch, Ingwer und Karotten anschwitzen, knapp danach auch die Zucchini-Stücke dazu. Nach ca 2 Minuten den Fisch und die Sauce drüber und weiterbruzzeln lassen, Paradeiserln auch jetzt dazu.
Der Wels zählt zwar sicher nicht zu meinen liebsten Speisefischen, weil er so fest ist – aber genau das ist der Vorteil beim Pfannenrühren und im Wok, weil er eben nicht zerfällt, genau wie hier.
Herrlich. Ganz stolz.
Ganz köstliche Vogelbeere, hervorragende Alte Zwetschke und – für mich die Überüberraschung – die Blutorange: sehr sehr interessanter Geschmack (ich meinte „interessant“ hier wirklich im positiven Sinne).
Kein Wunder – der Siegfried Herzog wird auch permanent auf der Destillata ausgezeichnet.
Billig isser daher nicht.
Außerdem – so fand ich gerade raus – gibt’s auch die Möglichkeit in seinem Onlineshop zu bestellen und direkt nach Hause liefern zu lassen. Was will man mehr.
Generell sind am Weissensee ja folgende empfehlenswert:
Fisch (aus dem See)
Lamm (aus der Umgebung)
Rind/Ochsen (aus der Umgebung)
Einheimisches als „Nudln“ (immer seltener)
Spannend ist, dass man neuerdings fast überall reservieren muss.
Leider nur einmal waren wir beim Seefrieden, gleich „nebenan“ in Neusach; der ist mittlerweile auch gut voll am Abend (jedenfalls auf der Terrasse beim See); die Reinanke aus dem Weissensee war sehr gut, die Kinder und ich haben uns an diversen Schweinefleisch-Gerichten (Pfannl, Toasts, ...) gelabt.
Häufiger (3x) waren wir am Nagglerhof, v.a. wegen seiner permanenten Lammgerichte (z.B. Lammragout, Lammrückenfiltet, ...), ich hatte auch ein sehr gutes Beuschl (aber ohne Rahm). Leckere Kas- und Spinat-Nudln. Genial dort v.a. der Blick Richtung Ronacher und Seeostufer in der Abendsonne.
Beim Tschabitscher (selbst dort ist reservieren angebracht), hat mich v.a. die Frigga überzeugt, ein klassisches deftiges Pfandlgericht, für Leute die frisch von der Feldarbeit heimkommen, und daher auch tonnenweise Kalorien verbrennen: eine fette Mischung aus Sterz und Eierspeise ... Überraschend waren die selbstgemachte Bernerwürstln (wo gibt’s denn noch sowas) für den Tobi.
Vom Zerza hab ich schon berichtet.
Enttäuschend der Kreuzwirt, dessen Vorteil besteht aber darin, dass er selbst bei Schlechtwetter noch ohne Reservierung genug Platz hat.
Dann gabs noch sehr erwähnenswert die Jausenstation Stoffelbauer unten in Weißbriach. Die hab ich als Tipp im Flickr (!!) bekommen (siehe hier), und der Tipp war goldrichtig: herrliche Lage und eine Forelle ähnlich gut wie beim Zerza – jedenfalls deutlich näher am Weissensee. Gemütlicher ists sicher hier beim Stoffelbauer.
Und das ganze in einem urigen Gastgarten, der sich terrassenartig-laubig an den Berg lehnt (also terrassenartig nicht im Sinne von Schotterterrasse, sondern eher "Hängende Gärten" und Weinberg und so...)
Definitiv empfehlenswert.